Klang-Meditation: Per Sound Bath zur Tiefenentspannung

Klang-Meditation

Kennst du den Energieschub, den du bekommst, wenn in der Yogastunde plötzlich dein Lieblingslied erklingt? Musik ist ein kraftvolles Werkzeug, um gezielt auf Körper und Geist einzuwirken. In Form einer Klangmediation hilft sie dir, dich bewusst zu entspannen und den Alltagsstress hinter dir zu lassen. 

Klang-Meditation hat eine lange Tradition 

Töne, Klänge und Melodien sind kraftvolle Tools, um unsere Stimmung und unser Wohlbefinden zu beeinflussen. Dass Musik etwas Besonderes in uns Menschen auslöst, sieht man schon an Babys im Mutterleib. Unser Gehör ist der erste unserer Sinne, der sich entwickelt. Studien zeigen, dass sie sehr sensibel auf Musik reagieren und sich von bestimmten Klängen beruhigen lassen. Die Keele University in Großbritannien stellte sogar fest, dass Kinder sich später an die Musik erinnern: Die meisten hatten eine Präferenz für die Stücke, die sie schon im Bauch der Mutter gehört hatten.

Kleinkinder wippen mit, wenn sie eine fröhliche Melodie hören – und wir alle haben den einen Track, bei dem es uns einfach nicht mehr auf dem Stuhl hält. Musik hat die Fähigkeit, auch hartgesottene Pragmatiker*innen tief zu berühren. Filmproduzent*innen nutzen dieses Werkzeug, um gezielt die gewünschte Atmosphäre zu erschaffen: Was wäre ein Film ohne den passenden Soundtrack

Es scheint, als spräche Musik Areale im Gehirn an, die wir mit Worten nicht erreichen können. Gehirnscans konnten unter anderem zeigen, dass unsere Lieblingsmusik den Ausstoß von Dopamin, unserem Belohnungshormon, auslösen kann. Auch im religiösen und spirituellen Umfeld werden Gesang und Instrumente seit jeher eingesetzt, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Zahlreiche alte Werke sprechen davon, dass wir mit Klängen einen kranken Körper und Geist heilen können.  Laut den altindischen Veden, die als Grundlagenwerke des Ayurveda gelten, ist das gesamte Universum durch Klangschwingungen entstanden. 

Nāda Yoga, das Yoga des Klangs, gilt nach der Hatha Yoga Pradipika als eine der effektivsten Methoden, um ein unruhiges Monkey Mind zur Ruhe zu bringen. Nāda Yoga ist eine hohe Kunst: Im Kern geht es nicht darum, schöner Musik zu lauschen, sondern das Gehör nach innen zu richten. Mit viel Übung sollen wir lernen, Anahata Nāda wahrzunehmen – den inneren Klang unseres eigenen Geistes, unserer Seele. Ganz so weit geht eine Klang-Meditation zwar nicht. Trotzdem kann Musik dir helfen, deine Meditationspraxis zu vertiefen. 

Mit heilenden Klängen zur Erleuchtung 

Musik kann anregen, entspannen und sogar heilen. Sie kann Gemütszustände erzeugen und verändern und hat die Kraft, uns gedanklich in vergangene Zeiten zurückzuversetzen. Dass Klänge auch bei Meditationen eingesetzt werden, ist also fast schon eine logische Schlussfolgerung. Denn Meditation ist schwierig: Die meisten Menschen verbringen die ersten Wochen, Monate oder Jahre ihrer Meditationspraxis nicht in einem Zustand stiller Glückseligkeit, sondern im Ringkampf mit dem eigenen Gedankenkarussell.  

Falls du dir immer wieder vornimmst, regelmäßig zu meditieren, aber es einfach nicht schaffst, zur Ruhe zu kommen, kannst du es mal mit einer Klang-Meditation versuchen. Ähnlich wie bei einer Mantra-Meditation gibst du deinem Geist etwas, an dem er sich festhalten kann. Die Töne und Schwingungen können dir helfen, im Moment zu bleiben und präsenter zu sein. Viele Praktizierende glauben sogar daran, dass du mithilfe von Klängen (schneller) andere Bewusstseinsebenen erreichst und dich somit der Erleuchtung näherst. 

Ob du daran glaubst oder nicht: Eine Klangmediation ist ein wunderschönes Erlebnis, das dich in einen Zustand tiefer Entspannung versetzen kann. Viele Übende berichten, dass sie besser schlafen und insgesamt ihr subjektives Stressempfinden reduzieren konnten. Das deckt sich mit den Beobachtungen, dass Musik Puls und Blutdruck regulieren und die Gehirndurchblutung verbessern kann. Immer mehr Yoga- und Meditationszentren bieten regelmäßig Klangmeditationen oder Sound Baths, also Klangbäder, an. Die bisherigen Studien und Erfahrungen dazu versprechen Gutes: Probier es einfach mal aus. 

Meditation mit Klangschalen 

Wenn du Zuhause zu Musik meditieren möchtest, kannst du auch Binaural Beats, Klaviersonaten oder Walgesänge spielen – Hauptsache, es wirkt für dich. Um Stress zu reduzieren, eignet sich fast jede Art von Musik, die sanft und melodisch ist und eine beruhigende Wirkung hat. Viele Sound Baths entstehen durch das Zusammenspiel von Klangschalen, Glöckchen, Windspielen, Trommeln, Handpans, Becken, Gongs und ähnlichen Instrumenten. Bei einer klassischen Klangmediation kommen meistens nur Klangschalen zum Einsatz. Bei uns ist zwar die Bezeichnung „Tibetische Klangschalen“ üblich, in Wirklichkeit stammen allerdings viele Produkte aus dem Norden Indiens und aus Nepal. 

Traditionelle Klangschalen sind Halbkugeln aus Metall, die aus bis zu sieben unterschiedlichen Legierungen bestehen. Diese stehen in Verbindung mit den Planeten unseres Sonnensystems: Gold steht für die Sonne, Silber für den Mond, Kupfer für die Venus, Eisen für den Mars, Zinn für den Jupiter und Blei für den Saturn. Je nachdem, welche Legierungen dominieren, beeinflusst das die Frequenz, Intensität und Vibration des Klangs. Daneben spielen die Größe und Dicke der Schalen eine Rolle. Geschlagen werden Klangschalen mit einem Holzklöppel, der in der Regel an einem Ende mit Filz überzogen ist. 

Alternativ setzen manche Anbietende auch Klangschalen aus Quarz für die Klangmeditation ein. Beide Varianten erzeugen wunderschöne Töne und Schwingungen, die Körper und Geist umhüllen und scheinbar mühelos durchdringen. Je größer die Klangschale, desto intensiver die Schwingungen Die Wirkung einer Klangmediation reicht oft weit über das Ende der Sitzung hinaus: Nach Aussage mancher Klangtherapeut*innen halten die Effekte bis zu sechs Stunden an.   

So läuft eine Klangmeditation ab

Es gibt verschiedene Varianten der Klangmeditation, die meisten davon finden in einer Gruppe statt. Manchmal bildet ein Klangbad den Abschluss einer Yogastunde, um zum Beispiel das Savasana zu vertiefen. In vielen Fällen geht die Klangmeditation jedoch über eine ganze Stunde. Zu Beginn der Session legst du dich in einer Position, die für dich bequem ist, auf deine Yogamatte – am besten auf dem Rücken, damit beide Ohren frei sind. Wenn du es noch gemütlicher magst, kannst du auch ein Kissen und eine Decke mitbringen. 

Sobald alle Teilnehmenden ihre Position gefunden haben, beginnen die Lehrer*innen mit der Klangmeditation: Sie setzen die Klangschalen, andere Instrumente oder Gesang ein, um Schwingungen und Töne in verschiedenen Frequenzen zu erzeugen. Meistens überlagern sich die Klänge – so entsteht das Gefühl, in einem Bad aus Klängen zu liegen. Deine einzige Aufgabe ist es, gleichmäßig zu atmen, deinen Körper bewusst zu entspannen und die Musik auf dich wirken zu lassen. Gegen Ende der Stunde laufen die Klänge langsam aus, bis die Anbietenden dich schließlich sanft wieder zurück in die Realität holen. 

Wie wir weiter oben schon erwähnt haben, kannst du eine Klangmeditation auch bei dir zu Hause durchführen: Entweder allein oder für eine gemeinsame Anti-Stress-Einheit mit Freund*innen. Wo, wie und wann, ist dabei ganz euch überlassen. Abends ist eine Klangmediation besonders schön, um anschließend ruhig und entspannt direkt ins Bett schlüpfen zu können. Eine kurze Auszeit vom Alltag hat aber auch tagsüber viele Vorteile. 

Such dir einen Ort, an dem du ungestört bist und dich ganz auf die Klangmediation einlassen kannst. Damit du in tiefe Entspannung abgleiten kannst, bietet es sich an, eine Aufnahme eines Klangbads abzuspielen. Wenn du magst, kannst du aber auch selbst eine Klangschale schlagen. Dann driftest du zwar nicht so tief ab, trotzdem kann es ein schönes und sehr beruhigendes Erlebnis sein. 

  • Setz dich auf den Boden und finde eine Position, in der du es eine Weile gut aushalten kannst.
  • Stell die Klagschale mit dem Holzklöppel vor dir auf den Boden.
  • Schließ für einen Moment die Augen, um ganz im Moment anzukommen.
  • Dann beginnst du, die Klangschale zu schlagen. Dafür hältst du die Schale in einer flachen Handfläche und schlägst mit dem gepolsterten Teil des Holzklöppels leicht an die Außenkante des Randes. 
  • Mit einer Klangschale lassen sich unterschiedliche Töne erzeugen: Mit dem Filzteil ist der Ton dumpfer und satter, mit dem hölzernen Ende eher spitz und hoch. Hast du die Schale angeschlagen, kannst du anschließend mit dem Holzklöppel am Rand entlangfahren, um eine Art gleichmäßigen Gesang zu erzeugen. Der Ton verändert sich, wenn du mehr Druck ausübst oder den Klöppel schneller bewegst. 
  • Sobald der Ton erklingt, schließt du die Augen und fühlst, wie die Vibrationen auf dich wirken. 
  • Ist der Ton ganz abgeklungen, öffnest du die Augen und beginnst von vorn. 

Klangmeditationen: Wirksames Gegenmittel zum hektischen Alltag 

Musik wird seit Jahrtausenden eingesetzt, um bestimmte Stimmungen und Wirkungen zu erzeugen. Als Teil einer Klangmediation kann sie dir helfen, ganz im Moment anzukommen und Frust und kreisende Gedanken hinter dir zu lassen. Statt auch in unserer Freizeit noch ambitionierte Ziele zu verfolgen, lehrt uns ein Sound Bath Akzeptanz und Hingabe. Regelmäßig durchgeführt, können Klangmeditationen deinen Schlaf und dein allgemeines Wohlbefinden verbessern. 

Im Prinzip funktionieren sie ähnlich wie andere Meditationen und Achtsamkeitsübungen: Du konzentrierst dich ganz auf das Hier und Jetzt und verbindest dich mit den Empfindungen deines Körpers. Sanfte Musik führt oft dazu, dass sich unsere Atmung verlangsamt – das wiederum aktiviert unseren Parasympathikus, der für Regeneration und Entspannung verantwortlich ist. Falls du dich also gerade mit Stress im Beruf oder Privatleben herumschlägst, sind Klangmediationen vielleicht das perfekte Antidot. Am allerbesten klappt es mit der Entspannung übrigens auf einer unserer wunderbar weich gepolsterten mantrafant Pro-Matten – wir wollten es nur gesagt haben.

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